Pergamon

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Bergama (lateinisch Pergamum, griechisch Pergamon) ist eine Kreisstadt der Provinz Izmir nahe der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei mit 57.947 Einwohnern.

In der Antike befand sich hier die antike Stadt Pergamon, im Hellenismus die Hauptstadt der Attaliden, das sich über große Teile des westlichen Kleinasiens erstreckte. Dessen Ruinen sind Forschungsgegenstand von Ausgrabungen, des Deutschen Archäologischen Instituts.


Allgemeines zu Pergamon

Pergamon (griechisch, das Pérgamon, seltener , die Pergamos; lateinisch Pergamum) war eine antike griechische Stadt nahe der Westküste Kleinasiens in der heutigen Türkei. Sie lag am nördlichen Rand einer Ebene, die von dem Fluss Kaïkos (dem heutigen Bakırçay) gebildet wurde. Die Bebauung erhebt sich zu Füßen, an den Hängen und auf der Hochfläche der Akropolis, deren Kern von einem etwa 335 Meter hohen, tafelbergförmigen Massiv aus Andesitgestein besteht. Der Burgberg fällt nach Norden, Osten und Westen sehr steil ab, während die Südseite über drei natürliche Absätze einen flacheren übergang zur Ebene bildet. Westlich an der Akropolis vorbei durchfließt der Selinus (heute Bergamaçay) die Stadt, im Osten der Ketios (heute Kestelçay). Während des 3. und 2. Jahrhunderts v. Chr. war Pergamon Hauptstadt des Pergamenischen Reiches, das sich über große Teile des westlichen Kleinasiens erstreckte. Unter der kunstsinnigen Dynastie der Attaliden, die bestrebt war, ein neues Athen zu schaffen, wurde die Stadt zu einem der bedeutendsten Kulturzentren des Hellenismus. Der heutige türkische Name der Stadt ist Bergama. Pergamon liegt etwa 80 km nördlich von İzmir (Smyrna).Kozak Plateau nach oben  


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Kozak Plateau

Kozak Plateau (Kozak Yaylası) ist eine Hochebene zwischen 500 - 1000 m über dem Meeresspiegel und c.a 20 km nördlich von Bergamas Stadtkern entfernt. Die Region ist beleibt für Ausflüge ins Grüne und bekannt für die handgearbeiteten Textilprodukte wie auch für ihre Pinienkerne, eines der wichtigsten Einnahme Quellen der Region.. nach oben  


GESCHICHTE

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Pergamon liegt am nördlichen Rand der Kaïkos-Ebene in der historischen Landschaft Mysien. Der Kaïkos, der sich hier einen Durchbruch in die umgebenden Gebirge und Hügellandschaften geschaffen hat, fließt – nach zunächst ostwestlichem Verlauf – in einem weiten Bogen nach Südwesten. Am Fuße des nördlich gelegenen Gebirges erhebt sich zwischen den Flüssen Selinus und Ketios der Burgberg bis auf eine Höhe von 335 über Meereshöhe. Die Entfernung bis zum Meer beträgt 26 Kilometer, allerdings öffnet sich die Kaïkos-Ebene nicht frei zum Meer, sondern wird vor der öffnung zum Meer vom Massiv des Karadağ dominiert. Die Landschaft erhält hierdurch insgesamt einen stark binnenländischen Charakter. Das an der Kaïkos-Mündung liegende Elaia diente in hellenistischer Zeit als Hafen Pergamons. Das Klima ist dennoch, wie an der übrigen kleinasiatischen Westküste, mediterran geprägt und weist von Mai bis August eine ausgesprochene Trockenzeit auf.[1] Wie das überwiegend aus vulkanischem Gestein, vorwiegend Andesit, bestehende Kaïkos-Tal ist auch der Burgberg als Eruptivstock aus Andesit gebildet. Die Breite des Massivs beträgt zwischen Selinus und Ketios rund einen Kilometer, die Länge auf der Nord-Süd-Erstreckung rund 5,5 Kilometer. Das nahezu tafelbergförmige Bergmassiv zerfällt dabei in eine breit angelegte Basis und eine relativ kleine abgeflachte Spitze, die Oberburg. Die zum Ketios, der hier mit einem Durchbruch seinen Weg zwischen Felsen findet, gerichtete Breitseite fällt steil ab, während die zum Tal des Selinus gelegene Breitseite sich weniger schroff zeigt. Von Norden auf das Massiv blickend, ist die sich über die Basis erhebende Massivspitze gut zu erkennen. Auf der Nordseite bildet der Berg einen etwa 70 Meter breiten, vorspringende Sporn. Südöstlich dieses Garten der Königin genannten Vorsprungs erreicht der Berg seine größte Höhe und fällt am unvermitteltsten nach Osten ab. Auf einer Länge von weiteren 250 Metern nach Süden bleibt die Oberburg mit einer Breite von nur etwa 150 Metern sehr schmal, bevor sich das Massiv in Stufen nach Osten und Süden sanfter abfallend auf etwa 350 Meter verbreitert, um dann Richtung Südwesten in die Ebene überzugehen.[2]


Vorhellenistische Zeit

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Die Besiedlung Pergamons lässt sich sicher für die archaische Zeit nachweisen, doch sind die Befunde gering und stützen sich vor allem auf Funde von Fragmenten westlicher Importkeramik ostgriechischer und korinthischer Provenienz, die aus dem späten 8. Jahrhundert v. Chr. stammen.[3] Demgegenüber lässt sich eine Besiedlung bereits in der Bronzezeit nicht recht fassen, auch wenn bronzezeitliche Steinwerkzeuge aus dem Gebiet nicht fehlen.[4] Erstmals wird Pergamon literarisch für das Jahr 400/399 v. Chr. genannt, da in Pergamon der Zug der Zehntausend, die sogenannte Anabasis, endete. Xenophon, der die Stadt Pergamos nennt, übergab hier im März 399 v. Chr. die Reste des griechischen Söldnerheeres – nach Diodor etwa 5 000 Mann – an Thibron, der einen Feldzug gegen Tissaphernes und Pharnabazos plante. Zu dieser Zeit war Pergamon im Besitz der Familie des Gongyles aus Eretria und Xenophon wurde von dessen Witwe Hellas gastlich aufgenommen.[5] Im Jahr 362 v. Chr. versuchte ein Orontes, Satrap in Mysien, in Pergamon die Selbstständigkeit zu erreichen.[6] Erst mit Alexander dem Großen wurde dieses Gebiet und mit ihm Pergamon von der persischen Vorherrschaft unabhängig. Spuren der vorhellenistischen Besiedlung des 4. Jahrhunderts v. Chr. sind selten, da in den nachfolgenden Zeiten das Gelände immer wieder tiefgreifend umgestaltet und im Zuge großflächiger Terrassierungen ältere Bausubstanz meist gänzlich abgetragen wurde. Auf das 4. Jahrhundert v. Chr. zurückzuführen ist etwa der Athenatempel, aber auch im Demeterheiligtum lassen sich Altarfundamente und Mauern des 4. Jahrhunderts v. Chr. nachweisen.nach oben  



Hellenistische Zeit

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Zur Zeit der Diadochen gehörte Pergamon wie das übrige Mysien in den Herrschaftsbreich des Lysimachos. Er setzte Philetairos aus Tios als Bewacher der Burg ein, in der mit 9 000 Talenten ein großer Teil der Kriegsbeute des Lysimachos deponiert war. Mit diesem Schatz gelang es Philetairos nach dem Tod des Lysimachos im Jahr 281 v. Chr. sich unabhängig zu machen und mit den Attaliden eine eigene Dynastie zu begründen. Die Attaliden beherrschten Pergamon von 281 bis 133 v. Chr.: Philetairos 281–263; Eumenes I. 263–241; Attalos I. 241–197; Eumenes II. 197–159; Attalos II. 159–138; Attalos III. 138–133. War das Herrschaftsgebiet des Philetairos noch ganz auf die nähere Umgebung der Stadt beschränkt, dehnte Eumenes I. Anspruch und Gebiet nachhaltig aus. Insbesondere nach der Schlacht bei Sardes im Jahr 261 v. Chr. gegen Antiochos I. eignete sich Eumenes die Gebiete bis zur Küste und Teile des landeinwärts gelegenen Hinterlands an. Die Stadt wurde somit zum Zentrum des pergamenischen Reichs. Eumenes I. nahm noch nicht den Königstitel an. Dies vollzog erst sein Nachfolger Attalos I., nachdem er die Galater, denen Pergamon unter Eumenes I. tributpflichtig war, geschlagen hatte. Nun erst gab es ein von allen Seiten unabhängiges Pergamenisches Reich, das 188 v. Chr. den Höhepunkt seiner Macht und Ausdehnung erreichte. Die Attaliden gehörten seit der Herrschaft Attalos' I. zu den loyalsten Unterstützern Roms unter den hellenistischen Nachfolgestaaten. Unter Attalos I. standen sie auf der Seite Roms gegen Philipp V. von Makedonien während des Ersten und des Zweiten Makedonischen Kriegs. Mit ihrem 201 v. Chr. an Rom gerichteten Hilfegesuch gegen Philipp V. waren die Attaliden zusammen mit Rhodos einer der Auslöser des Zweiten Krieges gegen Philipp. Auch im Römisch-Syrischen Krieg gegen den Seleukiden Antiochos III. gehörte Pergamon zur römisch-griechischen Koalition und erhielt nach dem Frieden von Apameia im Jahr 188 v. Chr. große Teile des seleukidischen Reichs in Kleinasien zugesprochen. Mehr unter der Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pergamonnach oben